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Donnerstag, 26. Mai 2016

Die Welt ruft – doch wohin mit den 100 Gegenständen?


Wenn ihr als Minimalisten, oder gar als Digitale Nomaden, im Begriff seid, eine längere Weltreise anzutreten, so bleiben euch eigentlich viele Schwierigkeiten erspart. Gerade in diesem Fall zeigt sich, inwiefern Besitz die eigene  Freiheit mitunter einzuschränken vermag. Bei einer achtzehnmonatigen Weltreise etwa ist es äußerst vorteilhaft, nicht zu viel zurückzulassen. Und wenn ihr es ohnehin gewohnt seid, nicht allzu lange an einem Ort zu verweilen und auch, euch nicht mit all zu viel Besitz zu belasten, sind die Voraussetzungen optimal.
Dennoch kann es vorkommen, dass sich auch unter den minimalistischen Besitztümern nicht nur völlig austauschbare Gebrauchsgegenstände finden lassen. Das mögen emotional wertvolle Dinge sein, wie etwa alte Familienfotos (noch ganz analog auf Papier), ein alter Gegenstand aus der Kindheit oder einfach ein paar wenige Dinge, die ihr zwar schätzt, auf einer weiten Reise durch die Welt aber nun einmal nicht braucht. Vielleicht auch Gebrauchsgegenstände, die ihr erst nach der Rückkehr benötigt, oder wichtige Papiere und Unterlagen, die ihr auch nicht unbedingt durch die Welt tragen wollt.
Dann stellt sich die die Frage: Wohin damit?



Die beste aller Möglichkeiten ist denkbar einfach: Familie oder Freunde. Das aber hängt natürlich von eurer individuellen Situation ab. Einige wenige geliebte, oder wichtige Gegenstände lassen sich vielleicht auf dem Dachboden, oder im Keller von Eltern, Geschwistern, oder Freunden unterbringen. Mit einem halben Haushalt hingegen wäre das wohl schwieriger. Wenn diese Möglichkeiten aber nicht bestehen, gibt es auch noch andere Lösungen.

Der Verband deutscher Selfstorage z.B. bietet verschiedene Arten von Lagermöglichkeiten in ganz Deutschland an. Er wirbt mit der Qualität seiner Mitglieder, besonders, was Sicherheit und Service angeht. Der kleinste mietbare Lagerraum liegt bei einem Quadratmeter Grundfläche – für ein paar Familienfotos und Unterlagen sicher völlig ausreichend. Und je nach Bedarf stehen Grundflächen von bis zu hundert Quadratmetern zur Verfügung.
Ein Mitglied dieses Verbandes – Selbstlagerbox.de – befindet sich sogar zweimal in Leipzig. Hier gibt es Lagerraum für  einen Kubikmeter, die sogenannte Mini-Lagerbox. Die Mindestmietzeit beträgt vier Wochen, wobei pro Tag ein Euro berechnet wird. Langzeitmieter allerdings werden Rabatte von bis zu zwanzig Prozent versprochen.
Ein weiterer Anbieter sowohl in Leipzig, als auch mit Standorten in ganz Deutschland, ist Lagerbox.com. Er bietet Lagerräume ab einem Kubikmeter an und wirbt mit einem monatlichen Preis ab 9,95 Euro. Auch bietet er Rabatte für Langzeitmieter: Bei zwölf Monaten Mietzeit zahlt man nur für zehn Monate.



Es gibt inzwischen unzählige Anbieter von Lagerraum. Laut dem Vergleichsportal Lager-Vergleich.com sind es in Deutschland über zweihundert Stück, die sich alle in ihren Leistungen und Preisen unterscheiden. Teilweise sogar sehr deutlich unterscheiden, sodass ein sorgsamer Vergleich sinnvoll ist – so das Vergleichsportal.
Für einen Lagerraum von einem Quadratmeter in Leipzig für einen Zeitraum von über zwölf Monaten findet es allerdings nur ein Ergebnis: Das Unternehmen Send&Store, 19,96 Euro pro Monat.
Nach test.de behält das Vergleichsportal jedoch Recht damit, dass insbesondere die Preise verschiedener Anbieter wenig transparent und schwer nachzuvollziehen sind.
Dabei werden die Vorteile solcher Dienstleistungen deutlich genannt: Der nötige Platz und die garantierte Sicherheit (zumeist mit Wachpersonal, Überwachungskameras und Versicherungen). Dazu kommt, dass die meisten Anbieter auch Beratungen bezüglich des benötigten Platzes anbieten und, dass ihr nahezu den ganzen Tag ohne Schwierigkeiten an eure Gegenstände herankommen könnt. Manche bieten sogar an, eure Sachen direkt abzuholen, sodass in puncto Bequemlichkeit kaum noch Beschwerden aufkommen können.
Dem gegenüber steht aber vor allem der Preis. Sowohl, was seine Höhe angeht, als auch bezüglich der mangelnden Transparenz. Je nach Standort kann die mangelnde Transparenz sich auch auf den Service beziehen: test.de spricht gar von „Servicewüsten“.
Auch darf nicht vergessen werden, dass die so gelagerten Gegenstände nicht automatisch und auch nicht immer durch eine Hausratversicherung versichert sind. Allerdings gibt es hierfür oft Angebote der Lagerraum-Anbieter ab 1,50 Euro pro Monat.

Vielleicht ist euch die professionelle Lagermöglichkeit zu teuer. Oder aber, ihr fragt euch, wieso man dafür ein Unternehmen beauftragen sollte.
Im Rahmen der Idee von Share Economy gibt es auch hier alternative Möglichkeiten. Die Idee selbst lässt sich wohl am einfachsten auf den Punkt bringen mit dem Slogan »Nutzen statt Besitzen«. Ein inzwischen etabliertes Beispiel ist Carsahring, welches längst auch professionell betrieben wird. Dennoch verbreiten sich Share Economy Konzepte immer weiter – auch bezüglich des Lagerraums.
Die Seite shelfsailor.com vermittelt zwischen privaten Anbietern von Lagerraum und solchen, die danach suchen. Jeder Anbieter wird von der Plattform validiert, es gibt Bewertungsmöglichkeiten und außerdem den persönlichen Kontakt. Der Preis ist dabei reine Verhandlungssache, wird aber wohl in jedem Fall geringer ausfallen, als bei den professionellen Unternehmen.

Ein professionelles Unternehmen bietet mit einem Wachschutz und Überwachungskameras vielleicht mehr Sicherheit, als der Dachboden oder Keller des Nachbarn. Andererseits sind die Kosten eben auch entsprechend hoch. Die Dienstleistungsunternehmen bieten normierten Lagerplatz und manchmal sogar einen Logistik-Service an. Zum Nachbarn – sofern er wirklich Nachbar ist und nicht einfach nur in derselben Stadt wohnt – müsst ihr euer Lagergut selbst bringen. Es ist aber wohl nicht nur eine Frage der Kosten und der Bequemlichkeit, sondern auch der eigenen Einstellung und Mentalität.
Oder – des Glücks, sofern ihr eine Familie oder Freunde mit genügend Platz habt.

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